»The Beauty of the Matter«

26. Mai – 27. November 2016

15 Years of La Galleria

Vernissage Donnerstag 26. Mai 2016 um 17 Uhr La Galleria Venezia

La Galleria - Venezia

Ich freue mich, Sie und Ihre Freunde sehr herzlich einzuladen zur Eröffnung der Ausstellung mit Werken von Lore Bert · Hellmut Bruch · Daniel Buren · Mohammed Kazem · Jan van Munster · Carolin Liebl & Nikolas Schmid-Pfähler · Arne Quinze · Mario Reis · Vera Röhm

Eröffnungsrede: Dr. Dorothea van der Koelen

Im Anschluß an die Eröffnung wird im Garten ein Aperitif gereicht.

La Galleria - Venezia

Ausstellung

Vor 15 Jahren öffnete ›La Galleria‹, die venezianische Dependance der ›Galerie Dorothea van der Koelen‹ in Mainz, zum ersten Mal ihre Türen für die Kunstöffentlichkeit. Anlässlich der 15. Internationalen ArchitekturBiennale in Venedig, präsentiert ›La Galleria‹ nun die Ausstellung »The Beauty of the Matter«, mit Werken von 10 Künstlern aus 6 Ländern – Lore Bert, Hellmut Bruch, Daniel Buren, Mohammed Kazem, Jan van Munster, Arne Quinze, Mario Reis, Vera Röhm, Carolin Liebl & Nikolas Schmid-Pfähler – die zeitgleich zur Biennale bis zum 27. Nov. 2016 zu sehen ist.

Venedig ist nicht nur eine Stadt der alten und neuen (bildenden) Künste, sondern – mit ihren historischen Bauten – auch eine Stadt der Architekturen. Was auffällt ist die Schönheit und Kostbarkeit der verwendeten Materialien. So ist die Jubiläums-Ausstellung in ›La Galleria‹ eben diesem Thema gewidmet. Es geht um Kunstwerke, die nicht im herkömmlichen Sinne als Malereien oder Bildhauerarbeiten entstanden sind, sondern um Werke, die materialiter per se bereits eine gewisse Schönheit in sich tragen, aber durch die Eingriffe der Künstler, durch ihre Formungen und Gestaltungen, zusätzlich einen ‘schönen Geist’ und damit eine ‘schöne Seele’ bekommen.

»The Beauty is the Mystery of Life« (Schönheit ist das Geheimnis des Lebens) hat Agnes Martin in ihren Schriften notiert. Diesem Geheimnis der Schönheit ist die Ausstellung gewidmet; dem Wesen der Schönheit wird in verschiedenen Materialien nachgespürt. Dies führt zu unterschiedlichsten Bildergebnissen.

Zu sehen sind Arbeiten von 10 Künstlern aus 6 verschiedenen Ländern:

Künstler

Daniel Buren
Daniel Buren

Von Daniel Buren, dem weltberühmten französischen Streifenkünstler und vielfachem Biennale-Teilnehmer wird eine historische Arbeit von 1987 gezeigt. In Lucerne präsentiert sich ein zweiteiliges Konzept, bei dem zwar architektonische Elemente eine Rolle spielen – denn der Künstler arbeitet meist in situ an vorgegebenen Architekturen – doch hier kombiniert mit einem ‘Bild’, das einfach an der Wand hängt. Es ist die perfekte Verbindung zwischen Bild und Raum!

Lore Bert
Lore Bert

Von Lore Bert, die in diesem Jahr zu ihrem 80. Geburtstag unter dem Titel »Im Banne der Kulturen – Fragile Werte« einen Ausstellungsmarathon mit 10 Ausstellungen in 5 Ländern (Italien, Mexiko, Polen, Schweiz und USA) absolviert, sind neben neuesten Bildobjekten in leuchtendem Gelb und weiß, darunter ein großes Ornament, Teile ihres umfangreichen Zyklus von Falt-Feld-Papyrus Collagen auf Japanpapier zu sehen.

Hellmut Bruch
Hellmut Bruch

Der Österreicher Hellmut Bruch, der ebenfalls in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag feiert, zeigt seine jüngsten Kreationen in orangefarbenem fluoriszierenden Acrylglas, dessen faszinierendes Leuchten den Betrachter in Bann zieht. Kompositionen aus Kreis und Quadrat, den Proportions-Hierarchien Fibonaccis folgend, erzeugen Tor- und Tunnelartige Wahrnehmungen von Perspektive.

Mohammed Kazem - Measuring
Mohammed Kazem Measuring

Mohammed Kazem aus Dubai, der auf der Biennale 2013 mit einer großartigen Multimedia-Installation zum Thema Directions den Länderpavillon der Vereinigten Arabischen Emirate gestaltete und von der Galerie Dorothea van der Koelen in Mainz im Rahmen der Ausstellung »Zahlen – Zeit – Zeichen« bereits 2003 ausgestellt wurde, zeigt seine jüngsten Arbeiten in Aluminium und Edelstahl. Ein Schraubenbild mit dem Titel Fixing Nothing verweist mit der Anspielung auf das Sein, dass man nicht fixieren kann, da es stetiger Veränderung unterliegt, nicht nur auf den Vorsokratiker Heraklith, sondern wird zugleich zum Sinnbild für Venedig, in dem die Gewässer in ständigem Fluss sind. Die kubenförmige Lightbox mit verschiedenen Maßeinheiten knüpft unmittelbar an die früheren Positionsbestimmungen des Künstlers an und stellt die Relativität bestehender Werte in Frage.

Mario Reis - Naturaquarelle
Mario Reis Naturaquarelle

Schon in den 80er Jahren hat Mario Reis seine persönlichen künstlerischen Eingriffe und Kompositionshandlungen auf ein Minimum reduziert und Energien, die außerhalb von ihm liegen, zum ‘Mit-Täter’ seiner Bilderfindungen gemacht. Dabei initiiert er einen Bildprozess, der sich dann verselbstständigt und zu einem – auch für ihn selbst – oft überraschenden Bildergebnis führt. Seine Naturaquarelle malt das Wasser selbst und auch in den Blindzeichnungen, die er mit verbundenen Augen herstellt, gibt es keine planbare Komposition, sondern es entsteht eine freie malerische Bildpoesie.

Jan van Munster - Battery for Two
Jan van Munster Battery for Two

Die Energie des Bildhauers ist von jeher das Thema des Niederländers Jan van Munster, sei es in Form von Licht (Neonröhren), von Hitze oder Kälte oder in der Magie von Granitkugeln, wie in dieser Ausstellung. Battery for Two, ein lang gezogenes Kugelpaar aus schwarzem Granit, in dessen Front die Zeichen + (plus) und – (minus) in Bronzelettern eingelassen sind, und auf deren Rückseite Vertiefungen dazu einladen, die Energie des Steines in sich aufzunehmen, verweisen auf die Bipolarität der Welt, in der gegensätzliche Energien erst ein Ganzes bilden.

Vera Röhm
Vera Röhm

Die aus Ulmenholz und Plexiglas zusammen gefügten Ergänzungen von Vera Röhm stellen auf höchst poetische Weise eine wunderbare Symbiose aus Kunst und Natur dar. Das Holz ist verletzt, zerbrochen; das Plexiglas ‘heilt’ den Bruch, ergänzt das Fragment wieder zu einem vollständigen Ganzen. Die Luftblasen, die bei der ‘Fusion’ entstehen, nehmen das Licht auf, spiegeln es wieder und erzeugen so eine Welt der Augenblicke voller Wunder und Überraschungen.

Arne Quinze - Chaoslife 160812
Arne Quinze Chaoslife 160812

Der Belgier Arne Quinze, der vor allem durch seine großformatigen Straßen-, Brückenund Platzübergreifenden Environments bekannt geworden ist, präsentiert in der Ausstellung eine seiner in magisch anziehendem leuchtenden Rot gehaltenen ChaosLife-Objekte, diesmal in der Form eines Tondos. Zahllose kleine rot gefärbte Holzstückchen sind zu einem dreidimensionalen Gebilde zusammengefügt, das eine wellenartige Bewegung suggeriert. Wenn die Welt sich im Wirbel eines Chaos befindet, muss man neue Ordnungen und Strukturen entwickeln, um überlebensfähig zu sein. Der Spiegel auf der Rückseite des Raumgebildes bezieht den Betrachter unmittelbar mit ein in das Bildgeschehen; dieser wird zum Teil des Werkes, das Spiegelbild zum Selbstporträt des Betrachters.

Carolin Liebl und Nikolas Schmid-Pfähler
Carolin Liebl und Nikolas Schmid-Pfähler

Die kinetischen Skulpturen des ganz jungen Künstler-Duos Carolin Liebl und Nikolas Schmid-Pfähler, das seit 2012 zusammen arbeitet und im Rahmen des Bundeswettbewerbes »Kunststudenten stellen aus« 2015 in der Bundeskunsthalle in Bonn zu sehen war, spielen mit den Phänomenen der Technik und ihrem Einfluss auf das Individuum und die Gesellschaft. Ihre ‘Wesen’, Es, Sie (2) oder Bewegungsform aus elektromagnetischen Spulen, Kupferdraht, Kabeln, Kunststoffen und Stahlkonstruktionen faszinieren durch die Schönheit der verwendeten Materialien, durch die Präzision des Aufbaus – jedes Detail wird von dem Künstlerduo persönlich hergestellt – und die Strenge der Konzeptionen. Zugleich offenbaren ihre kinetischen Skulpturen in der oftmals unerwarteten Bewegungschoreographie ein großes Potenzial an Humor und Emotion.

La Galleria

›La Galleria‹ wurde 2001 gegründet und gilt als die kleine venezianische Schwester der bedeutenden ›Galerie Dorothea van der Koelen‹ in Mainz, welche im Jahr 1979 von der damals erst 19 jährigen Dorothea van der Koelen ins Leben gerufen wurde. Heute, führt Dr. van der Koelen drei Galerien zwei Verlag), für Kunstwissenschaftt, eine Kunstzeitung und die ›van der Koelen Stiftung für Kunst und Wissenschaft‹, mit Sitz in Mainz. 2014 kam in Mainz die CADORO – das Zentrum für Kunst und Wissenschaft‹ hinzu. Die Galeristin studierte an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz Kunstgeschichte, Philosophie, Buchwesen und Romanistik und wurde 1993 mit dem Dr. phil. promoviert.

La Galleria - Venezia

Das Programm der Galerie ist klar, streng, schön und humorvoll – aber (nahezu) immer gegenstandslos: konkret – konzeptuell – konstruktiv. Die Zusammenarbeit mit rund 30 Künstlern aus 15 verschiedenen Ländern manifestiert sich nicht nur in den Ausstellungen und Publikationen; zu den Spezialitäten gehören auch ein internationales Ausstellungsmanagement und weltweite Zusammenarbeit mit Museen und Unternehmen. Neben der Organisation von herausragenden Kunst-am-Bau-Projekten in der ›Dr. van der Koelen Consulting‹ werden in der van der Koelen Stiftung zudem Vortragsreihen wie beispielsweise Experten im Kunstbetrieb an der Universität Mainz ermöglicht. In den letzten 37 Jahren kuratierte Dr. phil. Dorothea van der Koelen über 500 Ausstellungen in 25 Ländern, veröffentlichte 150 Publikationen und hielt mehr als 100 Vorträge über zeitgenössische Kunst.

Presseinformation

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