»Attached Beside Beyond Architecture«

23. Mai – 25. November 2018

Vernissage Mittwoch 23. Mai 2018 um 17 Uhr La Galleria Venezia

La Galleria - Venezia

Ich freue mich, Sie und Ihre Freunde sehr herzlich einzuladen zur Eröffnung der Ausstellung mit Werken von Lore Bert · Daniel Buren · Mohammed Kazem · Wulf Kirschner · Arne Quinze · Vera Röhm · Turi Simeti · Günther Uecker · Martin Willing

Eröffnungsrede: Dr. Dorothea van der Koelen

Im Anschluß an die Eröffnung wird im Garten ein Aperitif gereicht.

La Galleria - Venezia

Ausstellung

Anlässlich der 16. Internationalen Architekturausstellung in Venedig, präsentiert ›La Galleria‹, die italienische Dependance der ›Galerie Dorothea van der Koelen‹ in Mainz (Deutschland), in der Ausstellung »Attached Beside Beyond Architecture«, Werke von 9 internationalen Künstlern aus 5 Ländern: Lore Bert, Daniel Buren, Mohammed Kazem, Wulf Kirschner, Arne Quinze, Vera Röhm, Turi Simeti, Günther Uecker und Martin Willing.

Im Herzen der Stadt, direkt gegenüber vom Bühneneingang des berühmten ›Teatro La Fenice‹, und nur 5 Gehminuten vom Markusplatz entfernt, liegt ›La Galleria‹, die italienische Dependance der Galerie Dorothea van der Koelen in Mainz. Auch in diesem Jahr präsentiert die Galerie zeitgleich zur ›Biennale di Venezia‹ vom 23. Mai bis 25. November 2018 unter dem Titel »Attached Beside Beyond Architecture« wieder eine spannende Ausstellung.

Der Titel thematisiert die möglichen Beziehungen, die Kunst und Architektur miteinander eingehen können. Diese können symbiotischer Natur sein, wie bei exzellenten Kunst-am-BauProjekten, bei denen zum einen das Kunstwerk in inhaltlichem oder formalem Bezug zum Bauwerk steht und andererseits das Gebäude der Skulptur ein besonderes Ambiente gibt und seine Präsenz hervor hebt. Einige solcher Kunstwerke, sind direkt an Architekturen angefügt bzw. in diese integriert, wie es in der Regel bei Daniel Buren der Fall ist (z.B. die Gestaltung des Innenhofes des Palais Royale in Paris). Andere stehen als autarke Skulpturen vor Gebäuden wie Martin Willings „Orbital“ (Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart). Wieder andere präsentieren sich als eigenständige Skulpturen im öffentlichen Raum wie die von Wulf Kirschner („Hommage à Gutenberg“ in Mainz) oder Arne Quinze („Rock Strangers“ in Belgien) und haben dennoch eine dezidierte Beziehung zu Ort, Zeit und Raum. Und last not least gibt es Kunstwerke, die ihren eigenen Raum und ihr Umfeld gestalten und determinieren wie die Raumkonzepte, die sog. ›Concetti spaziali‹ mit den ‘Ovali’ von Turi Simeti, die Nagel-Reliefs von Günther Uecker oder die ›Bildobjekte‹ von Lore Bert beispielsweise.

Diesen vielfältigen Beziehungen will die Ausstellung nachspüren und Raum geben und präsentiert internationale Künstler, deren Werke oftmals im Kontext von Architektur entstanden sind.

Künstler

Daniel Buren - Cadre décadré 13 C1 blau
Daniel Buren Cadre décadré 13 C1 blau

Der weltberühmte französische Streifenkünstler und vielfache Biennale- und Documenta Teilnehmer Daniel Buren (*1938), der 2007 mit dem ›Praemium Imperiale‹ ausgezeichnet wurde und 2016 zur Neueröffnung der ›Fondation Louis Vuitton in Paris‹ das segelartige Dach des Gehry-Baus mit leuchtenden Farbflächen überzog, zeigt in ›La Galleria‹ ein blau-weißes Glasbild aus der Serie Les Cadre Décadres. Der 8,7 cm breite weiße, stets vertikal verlaufende Streifen, den Buren an Architekturen oder ‘in-situ’ installiert, ist zum Signet des Künstlers geworden. Die zur Wand parallel montierte Glasfläche zeigt meisterlich wie Buren mit Raum, Perspektive und neuen Blickwinkeln spielt.

Turi Simeti - 10 ovali color cielo
Turi Simeti 10 ovali color cielo

Der italienische Beitrag in der Ausstellung stammt von Turi Simeti, einem Mitglied der ›Gruppon‹ – der italienischen Fraktion der Zero-Leute, die sich damals in Mailand um Lucio Fontana rankten und zu der auch Piero Manzoni und Enrico Castellani etc. gehörten. Turi Simeti gilt als direkter Repräsentant jener Bildwerke, die unter dem Begriff ›Concetti Spaziali‹ in die Kunstgeschichte eingegangen sind. Seine monochromen Arbeiten haben minimalistische und klare Formen und zeigen verschiedenste Variationen seiner weltberühmten ›Ovali‹. Anfang des Jahres hat die Galerie in Mainz eine beeindruckende Einzelausstellung gezeigt.

Lore Bert - Goldene Formen mit 5
Lore Bert Goldene Formen mit 5

Neben ›Papier‹ ist ›Raum‹ der wichtigste Begriff um das Werk der international renommierten Künstlerin Lore Bert zu charakterisieren. Eigentlich sind alle Arbeiten von ihr irgendwie 3-dimensional. Dies gilt für ihre außergewöhnlichen Bildobjekte, ebenso wie für ihre Environments und sogar für ihre Collagen. Nach ihrem überwältigenden Erfolg bei ihrer Teilnahme an der 55. Kunst-Biennale in Venedig 2013 präsentiert die Galerie neuste Kompositionen von Lore Bert in einer edlen Kombination aus weißem und schwarzen Japanpapier und echtem (23 Karat) Blattgold sowie eine Reihe, kleinformatiger Aquarelle.

Mohammed Kazem - Keyboard
Mohammed Kazem Keyboard

Der Künstler Mohammed Kazem aus Dubai, der auf der Biennale 2013 in Venedig den Länderpavillon der Vereinigten Arabischen Emirate gestaltete und als neuer Shooting Star der UAE gilt, zeigt in Venedig sein Werk Keyboard aus dem Jahr 2015. Die Arbeit besteht aus einer Aluminiumplatte, auf der in fünf Reihen seriell Schlüsselhaken aus Edelstahl angebracht sind. Die Schlüssel selbst sind lediglich aufgemalt, wodurch dem ›Schlüsselbrett‹ seine Funktion entzogen wird. So verweist auch diese Arbeit darauf, dass Kunst genau dort beginnt, wo Funktion endet.

Martin Willing - Kugel, radial
Martin Willing Kugel, radial

Schon früh experimentierte Martin Willing mit Schwerkraft, Magnetismus, elektrischem Strom und Gleichgewicht und bildete dadurch eine Grundlage für seine späteren Arbeiten, die vielfach auf physikalischen Gesetzen basieren. Seine Gravitationsspiele in Titan und Aluminium haben nicht selten ein berührende, bisweilen sogar eine humorvolle Komponente. Die ‘gegenstandslosen’ Figuren aus Metall ‘reagieren’; das macht sie so besonders, denn auf diese Weise treten sie in Dialog zum jeweiligen Betrachter.
Video: Kugel von Martin Willing (mpeg-Format)

Arne Quinze - Chaoslife 160812
Arne Quinze Chaoslife 160812

Der Belgier Arne Quinze, der vor allem durch seine großformatigen Straßen-, Brücken- und Platzübergreifenden Environments bekannt geworden ist, präsentiert in der Ausstellung eine seiner in magisch anziehendem leuchtenden Rot gehaltenen ChaosLife-Objekte, diesmal in der Form eines Tondos. Zahllose kleine rot gefärbte Holzstückchen sind zu einem dreidimensionalen Gebilde zusammengefügt, das eine wellenartige Bewegung suggeriert. Wenn die Welt sich im Wirbel eines Chaos befindet, muss man neue Ordnungen und Strukturen entwickeln, um überlebensfähig zu sein. Der Spiegel auf der Rückseite des Raumgebildes bezieht den Betrachter unmittelbar mit ein in das Bildgeschehen; dieser wird zum Teil des Werkes, das Spiegelbild zum Selbstporträt des Betrachters.

Vera Röhm - Doppel Ergänzung
Vera Röhm Doppel Ergänzung

Bei den Ergänzungen von Vera Röhm handelt es sich um Skulpturen, bei denen Natur und Kunst eine symbiotische Beziehung eingehen – sie leben von der Wahrnehmung und dem Licht, welches sie umgibt, dem Betrachter, der sie umrundet, um immer neue Ansichten zu entdecken. Das Holz ist verletzt, zerbrochen; das Plexiglas ‘heilt’ den Bruch, ergänzt das Fragment wieder zu einem vollständigen Ganzen. Die Luftblasen, die bei der ‘Fusion’ entstehen, nehmen das Licht auf, spiegeln es wieder und erzeugen so eine Welt der Augenblicke voller Wunder und Überraschungen. Ein faszinierendes Wechselspiel zwischen Form und Raum, zwischen Realität und Fantasie entsteht.

Wulf Kirschner
Wulf Kirschner

Der deutsche Bildhauer Wulf Kirschner wurde im vergangenen Jahr mit einer Einzelausstellung in der CADORO zu seinem 70. Geburtstag gefeiert. Unter Verwendung unterschiedlichster Bleche und Elektroden, die er zeilenweise darauf schweißt, gelingt es dem Bildhauer seinen Reliefs eine poetische Farbigkeit und malerische Struktur zukommen zu lassen. Wulf Kirschner hat sich der Unendlichkeit der Linie verschrieben, sie ist sein skulpturales Gestaltungselement.

Günther Uecker
Günther Uecker

Günther Uecker zählt zu den international hochgeachteten deutschen Künstlern der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ende der 50er Jahre entwickelte er im Umkreis der deutschen Zero-Gruppe seine Nagelstrukturen, für die er heute weltbekannt ist. Die erste Begegnung zwischen Dr. Dorothea van der Koelen und Günther Uecker ereignete sich im Jahr 1983. Seit dieser Zeit gab es vielfältige Kooperationen zwischen Künstler und Galeristin, ca. 20 Ausstellungen wurden gemeinsam durchgeführt, 9 Bücher publiziert, ein Kunst-am-Bau-Projekt für Düsseldorf realisiert, und über drei Jahrezehnte lang in enger Zusammenarbeit insgesamt 99 Editionen. Gezeigt werden in La Galleria u.a. das bibliophile Buch Graphein.

La Galleria

›La Galleria‹ wurde 2001 gegründet und gilt als die kleine venezianische Schwester der bedeutenden ›Galerie Dorothea van der Koelen‹ in Mainz, welche im Jahr 1979 von der damals erst 19 jährigen Dorothea van der Koelen ins Leben gerufen wurde. Heute führt sie zwei Galerien, einen Verlag für Kunstwissenschaft (Chorus-Verlag), die ›Dr. van der Koelen Consulting‹ und die ›van der Koelen Stiftung für Kunst und Wissenschaft‹, mit Sitz in Mainz. 2014 eröffnete sie in Mainz die ›CADORO – das Zentrum für Kunst und Wissenschaft‹. Die Galeristin studierte Kunstgeschichte, Philosophie, Buchwesen, Logik und Romanistik an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz und wurde 1993 mit dem Dr. phil. promoviert. Im Jahre 2015 wurde ihr die ›Max-Slevogt-Medaille‹ verliehen, die höchste Kulturauszeichnung des Landes Rheinland-Pfalz.

La Galleria - Venezia

Das Programm der Galerie ist klar, streng, schön und humorvoll – aber (nahezu) immer gegenstandslos: konkret – konzeptuell – konstruktiv. Die Zusammenarbeit mit rund 30 Künstlern aus 15 verschiedenen Ländern manifestiert sich nicht nur in den Ausstellungen und Publikationen; zu den Spezialitäten gehören auch ein internationales Ausstellungsmanagement und weltweite Zusammenarbeit mit Museen und Unternehmen. Neben der Organisation von herausragenden Kunst-am-Bau-Projekten in der ›Dr. van der Koelen Consulting‹ werden in der van der Koelen Stiftung zudem Vortragsreihen wie beispielsweise Experten im Kunstbetrieb in Kooperation mit der Universität Mainz ermöglicht. In den letzten 39 Jahren kuratierte Dr. phil. Dorothea van der Koelen über 550 Ausstellungen in 28 Ländern, veröffentlichte 180 Publikationen und hielt mehr als 150 Vorträge über zeitgenössische Kunst.

Presseinformation

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